Donnerstag, 17. Mai 2018

Wir sind, was wir denken



Ein Gedanke spukt und quält
tags und nachts nach hehrer Lust.
Hat sich meinen Kopf gewählt,
drückt auch schwer auf meiner Brust.
Schickt die Stimmung auf den Mond,
wo sie einsam nach mir schreit,
während der Gedanke thront
wie ein Herrscher. Machtbereit.

Welche Richtung ich auch schlag,
immer schlägt er auf mich ein.
Wie so schwer ich an ihm trag ...
Er versklavt mich, macht mich sein.
Ganz gebeugt schon ist mein Gang,
meine Haltung ganz gekrümmt,
in mir hallt ein Wehgesang,
der mich aus der Stunde nimmt.

All mein Wirken ohne Freude.
Meine Zunge wie gelähmt.
Welches Tun ich auch bekleide,
alles wirkt so ungezähmt.
Keine Klarheit mehr vor Augen.
Hinterm Schleier lacht die Welt.
Möcht' von ihrem Leuchten saugen,
fühl' mich aus der Zeit gestellt.

"Geh, Gedanke, weiche, fliehe.
Deine Botschaft lebt vom Trug.
Spar dir deine stete Mühe,
denn es ist mir nun genug.
Ich durchschau' dein böses Treiben,
und verderbe dir das Spiel.
Raus mit dir. Du kannst nicht bleiben.
Nimmer jubelst du im Ziel."

Ach, und plötzlich? Welch ein Strahlen.
Der Gedanke nimmt den Hut.
Und die guten Mächte prahlen
lauthals voller Übermut.
Raus mit allen Bösewichten,
die dem Kopf zum Schaden sind.
Ihre haltlosen Geschichten,
machen für die Wahrheit blind.

Denn wir sind ja, was wir denken.
Was wir denken, sind wir auch.
Achtsamkeit dem Geist zu schenken,
ist ein unschätzbarer Brauch.
Unkraut wildert gern im Garten,
drum muss es vernichtet sein,
denn darunter, wisset, warten
Blumen und der Sonnenschein.


(c) Bettina Lichtner

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