Dienstag, 13. März 2018

HInter den Wänden


Hinter den Wänden gespenstische Ruh'.
Niemand vernimmt dieses leise #MeToo.
Dort ist ein Kind in des Vaters Gewalt,
aber sein Flehen und Wimmern verhallt.
Missbrauch daheim - ein Tabu.

Wer sieht die Tränen im Kindergesicht?
Wer stellt die Täter ins Scheinwerferlicht?
Täglich vergeht sich erwachsene Lust
an einem Kind, sich des Handelns bewusst.
Aber publik wird es nicht.

Kindliche Seelen in teuflischer Hand.
Schweigen im Walde. Das Medienland
reißt sich um Storys zum Thema #MeToo,
hört diesbezüglich Betroffenen zu,
bietet die Fläche zum Brand,

Kindern jedoch, die ein Lustobjekt sind,
gibt man sich taub oder stumm oder blind.
Trüge man EINMAL solch kindliche Schuh,
hörte man EINMAL ihr leises "MeToo" -
wüsst' man, welch Schmerz sie umspinnt.

Still ist ihr Schrei. Viel zu still für die Welt.
Ziffern im Dunkeln, ums Kindsein geprellt.
Gleich nebenan, doch den Augen entrückt,
werden die Würden zu Boden gedrückt,
weil es der Lust so gefällt.

Hinter den Wänden gespenstische Ruh'.
Niemand vernimmt dieses leise #MeToo.
Dort ist ein Kind in des Vaters Gewalt,
aber sein Flehen und Wimmern verhallt.
Missbrauch daheim - ein TABU.



(c) Bettina Lichtner

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