Samstag, 3. März 2018

Fügen wir uns ...


Hast du uns vergessen, Frühling?
Alles hungert nach dem Feeling
deiner wohltuenden, zarten
süßen Liebe. Sieh, der Garten
ist bereit, sich hinzugeben
deinem jungfräulichen Beben.

Wiesen, Wälder, Flüsse, Lüfte ---
alles wartet deiner Düfte.
Doch der Winter kämpft verbissen
um die frostige Kulisse.
Kalt und kälter will er 's treiben
und der Herr im Lande bleiben.

Ja, er scheint von Macht besessen.
Keiner da zum Kräftemessen.
Er kann walten nach Belieben.
Doch von seinen Kälteschüben
will die Welt nun nichts mehr wissen.
Er gehört hinausgeschmissen!

Wenn 's doch nur so einfach ginge!
Erste scheue Ankömmlinge
lassen dich, mein Lenz, erahnen:
Krokusse!! Ihr leises Mahnen
an den Winter, bald zu gehen,
lässt sich allerorten sehen.

Hoffnung, dass die kalten Stunden
baldmöglichst ihr Ziel gefunden,
macht sich breit, ganz still und sachte.
Wer jedoch euphorisch dachte,
dass der Winter nun verschwände,
malt nur Schatten an die Wände.

Weiter pfeift der Wind von Osten,
steht der Frost auf treuem Posten,
frieren wir bis auf die Knochen,
kommt das Eis ins Land gekrochen,
während Krokusse im Garten
schweigend auf den Frühling warten.

Schweigen ist vielleicht das Beste.
Schließlich sind wir eh nur Gäste!
Gäste, von der Zeit geladen;
deren Wettereskapaden
sollten wir als Schauspiel sehen,
dessen Akte schnell vergehen.

Ein paar Tage voller Kälte
nötigen uns gleich zur Schelte.
Doch uns bleibt nur, uns zu fügen,
uns im Jahreskreis zu wiegen,
mit dem Wetter Freund zu werden
für die kurze Zeit auf Erden ...


(c) Bettina Lichtner

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