Donnerstag, 15. Februar 2018

Tausche Sein gegen Nichtsein



Es strandet am Ufer das todmüde Leben
und sehnt sich zur anderen Seite.
Es möchte sich selbst keine Stunde mehr geben,
und lechzt nach unendlicher Weite.

Sein Streben und Trachten nach köstlicher Fülle -
es ward ihm zum treibenden Jagen.
Es tauschte so gerne den Lärm gegen Stille,
die Leichtigkeit gegen 's Ertragen.

Die Ruh' über Wipfeln erträumt es als Wiege,
zu betten den Körper in Frieden.
Der Atem geht sachte noch einige Züge,
dann ist er aus allem geschieden.

Erwachen im Drüben. Ein Lachen. Ein Freuen.
Ein Tanzen nach kindlicher Weise.
Die Seele umjubelt ihr eignes Befreien
nach irdisch beschwerlicher Reise.

Von Schmerzen verlassen. Von Sorgen entbunden.
Ein Mitleid mit denen, die blieben.
Am ewigen Ufer sich selber gefunden.
Kein Blatt mehr mit Tränen geschrieben.

Von Ahnen empfangen. Ein Festmahl gehalten
inmitten der schmerzlich Vermissten.
Vorbei alles Schalten. Vorüber das Walten.
Vergessen das einsame Fristen.

Die Engel posaunen. Die Chöre erklingen.
Die Liebe darf laut triumphieren.
Auf Erden ein Jammern. Im Himmel ein Singen.
Das Wahre entflieht dem Maskieren.


(c) Bettina Lichtner

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