Donnerstag, 8. Februar 2018

Potpourri


Ich träumte, dass der Mann im Mond
ein Dichter sei, der still vertont,
was Menschen ihm einst dargebracht
in mancher lauen Sommernacht.
Ein Potpourri aus Leid und Glück
verwob der Mondmann mit Geschick.

Sein Verslein las sich etwa so:

"Oh, Liebe, ach, du schmerzt mich so.
Oh, Liebe, ach, du süße Braut,
die erst sich ziert, darauf sich traut,
die heute stark ist, morgen schwankt,
die schüchtern weicht und heiß verlangt,

die eben will und plötzlich nicht,
die schweigend tausend Bände spricht,
die hier verletzt und da verzeiht,
die lügt und liebt im gleichen Kleid,
die Herzen aus den Brüsten reißt
und anderswo zusammenschweißt,

die zaubern kann und töten auch,
die Schmetterlinge trägt im Bauch,
die 's Lachen kennt und die Gewalt,
die Hände mal zu Fäusten ballt,
mal streicheln, wärmen, trösten lässt,
die Trauer ist und Freudenfest,

die fällt und steht und fällt und steht,
doch niemals je zugrunde geht,
die wie ein kleiner Nimmersatt
sekündlich neue Wünsche hat ......

Oh, Liebe, ach, lass mich verschont.
Lass mir die Einsamkeit im Mond."


(c) Bettina Lichtner

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