Mittwoch, 28. Februar 2018

Ein Weilchen nur


Die letzte Fahrt ging übern Regenbogen
in eine Stadt, die nicht von dieser Welt.
Dort hab' ich wartend meinen Platz bezogen,
derweil die Liebe uns umschlungen hält.

Ach, weine nicht, weil ich dem Blick entschwunden.
Du lebst im Jetzt, ich warte hier im Gleich.
Wie wir auf Erden einstmals uns gefunden,
begegnen wir uns auch im Himmelreich.

Ich nutz' die Wartezeit zum Sternezählen,
von denen einer schöner noch als der.
Ich sehe Stille sich und Glück vermählen.
Wie fällt das Warten mir beizeiten schwer ...

Der gute Mond will mir die Zeit vertreiben
und gießt das Füllhorn all der Träume aus,
die wir auf Erden träumten, und sie bleiben
auf Ewigkeiten nun in seinem Haus.

Ich halt' den Regenbogen fest in Händen.
Er ist die bunte Brücke hin zu dir.
Einst wird das Warten ja für immer enden,
dann kommst auch du, mein Liebster, her zu mir.

Ein Weilchen nur. Was will schon Zeit bedeuten?
In meiner neuen Stadt schlägt keine Uhr.
Ich werde dir das Paradies bereiten.
Es ist das Warten ja ein Weilchen  nur ...

Es spannt der Bogen sich zu deinem Herzen
und nimmt dem Warten alle Ungeduld.
Wir müssen wohl den Augenblick verschmerzen,
denn alle Ungeduld birgt nur Tumult.

Am End' des Regenbogens treu zu warten,
das ist der Sonnenschein im Seelengarten ...


(c) Bettina Lichtner

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