Sonntag, 14. Januar 2018

Goldnes Lichtlein


Es beugt der Mensch sich tief hernieder
vorm Leidenssturm und dessen Macht.
Schon werden ihm die Kräfte müder,
als ihm der Lebensgeist erwacht.

Er macht ihm Mut, nicht aufzugeben,
sich kühn zu stellen, stark zu sein.
"Empor! Empor, so sei dein Streben!
Dem Sturme folgt der Sonnenschein!!"

Der Sturm erscheint wie ein Gebieter.
"ZU BODEN, DU !!", befiehlt er streng.
Selbst hartgesottenen Gemüter
wird sturmgeprüft die Kehle eng.

Das Weh und Ach bäumt sich wie Wellen
im Herzen auf. Ein Meer voll Leid ...
Die Tränen treten über Schwellen
und tränken die Verlorenheit.

Es schreit der Mund: "Ich will 's begreifen!?!?
Warum der Schmerz? Was will er mir?"
Da spricht der Sturm: "Du solltest reifen
am schweren Los!" ..... "WARUM? WOFÜR?"

"Die Seele wächst in harten Zeiten,
auch wenn es andersrum erscheint.
Wenn Stürme deinen Weg begleiten,
dann sind sie dir zum Wohl gemeint.

Kein Lichtlein ohne Dunkelheiten.
Die Finsternis ist gottgewollt.
Die tiefsten Täler zu durchschreiten,
macht reicher noch als alles Gold.

Wer lernt, sein Schicksal brav zu tragen,
statt feindlich ihm gestimmt zu sein,
der weiß gewiss: nach dunklen Tagen
hüllt ihn die warme Sonne ein.

Es ist der Himmel unser Lehrer.
Dort steht geschrieben, wie es geht.
Der Schmerz, schwarz wie ein Schornsteinkehrer,
bringt jenem Glück, der drüber steht ..."


(c) Bettina Lichtner

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