Sonntag, 17. Dezember 2017

Im Schatten des schönen Scheins



Wirbeln weiße Flocken durch die Luft,
zieht durch alle Räume süßer Duft,
ach, dann will 's auf Erden
wieder Weihnacht werden,
und es schwinden Sorgen und Beschwerden.

Glück und Freude gehen Hand in Hand.
Kinderaugen funkeln ganz gespannt.
Aber unterdessen
wird die Not vergessen,
die sich birgt im Winterwunderland.

Menschen, die zur Weihnacht einsam sind.
Menschen, wo das Pech die Fäden spinnt.
Menschen, die sich plagen
und die niemals sagen,
welchen Kummer sie im Herzen tragen.

Kriege, deren Sinn man nicht versteht.
Leben, deren Zeit noch heut' vergeht.
Hunger, der sich breitet.
Armut, die sich weitet.
Und die Zeit, die rasch am Zeiger dreht.

Anonymitäten Wand an Wand.
Wunder, die noch keiner jemals fand.
Träume ohne Träumer.
Letzte-Chance-Versäumer.
Dürrezeit und Milchaufschäumer.

Sind die hellen Kerzen aufgestellt,
sieht man nicht welch dunkler Schatten fällt.
Und beim feinen Essen,
ist die Not vergessen.
Wieder wird es Weihnacht in der Welt.


(c) Bettina Lichtner

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