Samstag, 4. November 2017

Ich hab 's probiert ...


Ich hab 's probiert ....
Was ich probiert hab', wollt Ihr wissen?
Ich hab 's probiert ---- das Frösche-Küssen,
doch erst bei Nummer fünfund......dings,
da schmeckte es ganz leicht nach Prinz.
Schon dachte ich, es wär' der Rechte
(es wäre gut, wenn ich nicht dächte ...).
Mein Anspruch war bescheiden wenig
an den Erwählten, denn ein König,
der mich mit Diademen schmückt,
hätt' mich nur minimal entzückt.
Verrückt ....,
denn eigentlich sind Diademe,
ja eine schöne, angenehme,
doch unnötige Liebelei,
mit Neid und Eitelkeit dabei ...
Drum: kein Bedarf an Diadem!
Dem Prinzen war es nur genehm,
denn Gelder waren eng bemessen,
er hat auch gar kein Schloss besessen,
auch eine Krone trug er nicht,
er war eher einfach, Typus schlicht.
Sehr schlicht ...
Kein märchenhafter stolzer Retter,
mehr so ein Mann fürs schlechte Wetter,
der sich, sobald der Regen fällt,
zu Kerzenschein und Wein gesellt,
und am Piano sitzt und singt,
dass es die Seele zart durchdringt.
Ein Prinz mehr für die Innenwelten,
wo Diademe wenig gelten.
So schien er mir ein guter Fang.
Zumindest sieben Tage lang,
zu lang ...
Am achten Tag ist er verschwunden.
Ich hab' ihn nirgendwo gefunden,
er hat sich aus dem Staub gemacht.
Verfluchter Tag, Tag Nummer acht ...
Ein Zettelchen ließ er zurück:
er sein kein Typ fürs Eheglück
und wollte seine Freiheit wieder,
"auf ewig dein" sei ihm zu bieder.
Ich saß mit Wein beim Kerzenschein,
lud Selbstmitleid und Tränen ein,
allein ...,
und wollte niemals mehr was wissen
von irgendwelchem Frösche-Küssen.
Ein Prinz ist nicht mehr, was er war!
Dornröschen-Träume sind nicht wahr,
und Märchen sind nur Lug und Trug.
Von Prinzen hab' ich jetzt genug
und vom Piano-Rumgeklimper!!!
Mir fließt die Schminke von der Wimper,
ich heule mir die Augen raus,
denn ach, der Traum vom Prinz im Haus
ist aus ...


(c) Bettina Lichtner

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