Mittwoch, 28. Juni 2017

Des einen Freud ...



Ein dunkler Vorhang. Kein Applaus.
Der Regen strömt in starken Güssen.
Der Wasserscheue rennt ins Haus,
und legt sein Haupt aufs trockne Kissen.

Doch Baum und Strauch und Edelweiß
ersehnten längst die Himmelsfluten,
denn ihnen war es viel zu heiß
in ungewohnten Sommergluten.

Ein jeder Tropfen Leben pur.
Die Wurzeln trinken mit Vergnügen!
Es geht ein Aaah durch die Natur.
Man möchte Lust auf Regen kriegen ...

Stattdessen aber Schimpf aufs Nass,
und ein Gefluche übers Wetter.
Von oben schüttet wer ein Fass,
und unten Hass auf Regengötter.

Das Blümlein da am Straßenrand,
ehrt jeden Tropfen schweigsam lächelnd.
Der Mensch nimmt 's Schuhzeug in die Hand
und sucht die Flucht, nach Atem hechelnd.

Ein Vogel nippt vom Pfützensee,
ein andrer nimmt ein Bad im Freien.
Welch Schatz verbirgt die Himmelshöh'!
Die Flora freut 's. Die Menschen schreien ...


(c) Bettina Lichtner

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