Dienstag, 24. Januar 2017

Irgendwann ...


Unterm strengen Frost hält brav
der Frühling seinen Winterschlaf,
und träumt vom letzten Jahreskreis,
da alles bunt, nachdem es weiß.

Tief in seinem Schlummerland
ist eine Sehnsucht ihm entbrannt
nach Farben, Düften und Gebrumm,
und schlug ins Ruhelose um.

Ungeduld kroch ins Gemüt
dem Dieb gleich, der ums Häuschen zieht.
Die Winterruh', die so beschützt,
hat sich die Ungeduld stibitzt.

O, da war der Teufel los
und gab dem Frühling einen Stoß,
der ihn aus allen Träumen riss
und jene übern Haufen schmiss.

"Du verdammter Winter! Geh!!!",
Was bringst du schon als Ach und Weh.
Die Menschen frieren, und ihr Herz
zieht 's allenthalben frühlingwärts."

Meister Lenz war außer sich.
Er wünschte so, die Kälte wich,
und machte ihm die Wege frei.
Doch lange dauert 's noch bis Mai.

Noch regieren Schnee und Eis.
Und irgendwann, ganz still und leis',
sind alle Knospen aufgetan.
Dann fängt das schöne Frühjahr an ....


(c) Bettina Lichtner