Donnerstag, 28. Mai 2015

Mühlenflucht



Sind wir erstmal in der Mühle,
erstmal drin im Hamsterrad,
sind 's der Seufzer baldigst viele,
weil 's ja kaum mehr Leben hat ...

Keine Zeit, sich zu erholen,
keine Zeit, entspannt zu sein.
Jeden Tag die Schuh besohlen
und ins schnelle Rad hinein.

Stund' um Stund' greift ineinander.
Tick und Tack. Und steht nicht still.
Und man lebt sich auseinander
in dem alltäglichen Drill.

Geld muss her für tausend Träume.
Autos. Reisen. Haus und Kind.
Keine Zeit für Zwischenräume.
Nur wer schuftet, der gewinnt.

Hochgeschraubtes Anspruchsdenken.
Jeder möchte König sein.
Doch sich selber Ruhe schenken?
Bringt das denn auch Taler ein?

Bares. Bares. Scheffeln. Schaffen.
Tausend Träume kosten Geld.
Ach die Armen. Wie sie raffen,
eh der Tod sie einbestellt.

Immer Gold und Silber jagen,
ist der Sinn des Lebens nicht.
Lasst euch vom Poeten sagen:
Geld ist Glück, das schnell zerbricht.

Also raus aus Rad und Mühle.
Minimal zufrieden sein.
Gebt der Seele Hochgefühle,
ladet euch die Stille ein ...


(c) Bettina Lichtner

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