Montag, 25. Mai 2015

fressen und gefressen




"Ich-hänge-in-der-Luft"-Geschrei
wohin das Ohr sich dreht,
dass mir die Lust vergeht
bei dieser Seelen-Jammerei.

Die Zeit zu schnell. Der Druck zu groß.
Das ICH verliert den Halt.
Die menschliche Gestalt
legt kaum die Hände in den Schoß.

Termine werden angehäuft.
Und der Kalender quillt,
bis dass er platzt und brüllt,
warum die Uhr so schnelle läuft!?

Vom Vierundzwanzig-Stunden-Tag
dreiviertel nur nach Plan.
Da wird gemacht, getan ....
(doch nie, was auf der Seele lag).

Denn auf der Seele lag der Traum
nach einer Zeit für sich.
Das abgewrackte ICH
erholte sich seit Jahren kaum.

Verwundern aber tut es nicht.
Der Alltag frisst und frisst,
und wer gefressen ist,
des Stimme hat auch kein Gewicht.

Sein "Hänge-in-der-Luft"-Geschrei
verhallt, verstummt, verklingt.
Wenn es zutage dringt,
dann ist das Leben längst vorbei.



(c) Bettina Lichtner

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen