Samstag, 11. April 2015

Wenn die Orgel pfeift



Lieber Leierkastenmann,
dreh' noch einmal an dem Rädchen,
denn ich höre dir nur allzu gerne zu.
Wenn die Spule läuft, ach dann .....
dann erwacht in mir das Mädchen,
und ich tanz' vergnügt im alten Kinderschuh.

Der Moment der Nostalgie
wiegt mein Herz in seinen Klängen
und die Sorgen in der Seele fliegen fort.
Eine Stunde voll Magie!
Und die Welt mit ihren Zwängen
ist vergessen, denn die Freude führt das Wort.

Wie so wohlig ich mich fühl',
wie so leicht und so ergriffen
bei den Tönen, die die Straßenorgel spielt.
Und hat eben noch so kühl
mir der Sturm der Zeit gepfiffen,
hat auf einmal mich ein Lebensmut durchwühlt.

Und ich will nicht starr und stumm
nur im Finsteren verweilen,
will die Seelenfenster öffnen für das Licht,
für das schöne Drumherum,
das die Kraft hat, mich zu heilen,
wenn das Kartenhäuschen wieder mal zerbricht.

Die Musik hat eine Macht,
die auf wundersame Weise
mich verzaubert und auch ebenso beglückt.
Und nach jeder harten Schlacht,
jeder noch so schweren Reise
hat Musik, und nur Musik mir Trost geschickt.

Lieber Leierkastenmann,
hör' nicht auf, das Rad zu drehen.
Ich will nimmermehr zurück ins wilde Meer.
Will nur sein in deinem Bann,
will vom Rest der Welt nichts sehen,
will nur tanzen. Ach, was brauche ich noch mehr?



(c) Bettina Lichtner

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