Donnerstag, 9. April 2015

Eng ist der Pfad



Zwischen den Menschen sind Gräben und Mauern.
Weit- oder Hochsprung beherrschen wir nicht.
Nein, wir verharren und warten und kauern,
bis eine Welle am Schweigefels bricht.

Hochmut und Stolz sind die Feinde der Liebe.
Sie sind die Gräben und Mauern der Welt.
Wenn einer käm' und die Bösen vertriebe,
wäre es gut um die Menschheit bestellt.

Aber die Menschen sind blind für das Gute.
Täglicher Streit ist das Zeugnis dafür.
Nächtens und tags schlägt die blutige Rute
vor und besonders auch hinter der Tür.

Klein ist der Tropfen, das Fass zu zerstören.
Trüg man ein Messer, es brächte den Tod.
Möchte mich all dieser Tropfen erwehren,
die sich bedienen am friedlichen Brot.

Überall liegen verlorene Nerven.
Täter und Opfer. Ein täglicher Krieg.
Hochmut verhindert, den Ton zu entschärfen.
Stolz liebt die Macht, die Macht liebt den Sieg.

Höher und höher und tiefer und tiefer
wachsen die Mauern und Gräben der Zeit.
Ach, und der Segen hängt schiefer und schiefer.
Täter und Opfer. Und keiner verzeiht.

"Klügeres Herz! Gibst du nach, bist du weise!",
möchte man rufen, der Eintracht zulieb'.
Eng ist der friedliche Pfad, und die Schneise
jedweden Stolzes und Hochmuts ist trüb ...



(c) Bettina Lichtner

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