Donnerstag, 26. März 2015

Alles ist vorbestimmt



Zeigt das Schicksal seine Härte,
und der Tag wird dir zur Nacht,
und das Leid schlägt seine Gerte
dir mit nie gekannter Macht
in die Seele, dann sei stille,
denn es waltet Gottes Wille.

Nichts vermagst du dran zu ändern.
Vorbestimmt sind Raum und Zeit.
In den irdischen Gewändern
lauert auch die Ewigkeit.
Und wir müssen akzeptieren,
unser Dasein zu verlieren.

Manchmal reißt des Todes Stunde
jäh, brutal und unverhofft
eine gar so tiefe Wunde,
die nie heilen wird. Und oft
kommt der Tod wie ein Befreier,
wie ein liebender Getreuer ...

Ach, was kann man schon erahnen
von dem Ende, das uns blüht?
Ja, es wirft uns aus den Bahnen,
sei es spät oder verfrüht.
Doch es blüht uns! Wann auch immer.
Und es zerrt uns aus dem Zimmer ...

Alles liegt in unseren Händen,
nur der Tod ist Übermacht.
Er hängt längst an unsren Wänden,
und er lacht uns. Ja, er lacht ...
Lacht uns aus mit unsren Träumen,
lacht uns aus, wie wir uns bäumen,

und ihm zu entkommen suchen.
Und derweil wir Tag um Tag
Zeit- und Lebensreisen buchen,
spielt der Tod, wie er es mag.
Wo wir gehen oder stehen,
lässt sich der Gevatter sehen.

"Du? Schon hier?" Wir sind erschüttert,
wenn er an die Türe klopft.
Sind verzweifelt und verbittert,
und die Träne tropft und tropft,
dachten wir doch all' die Jahre
keinen Hauch lang an die Bahre ....


(c) Bettina Lichtner


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