Montag, 23. Februar 2015

little princess



"Willst du mein Prinzesschen sein?",
fragt gewagt der junge Mann.
Sie darauf: "Oh ja! Oh nein!
Auf was lass ich mich da ein???
Wenn es scheitert? Und was dann?"

Er erwidert: "Frage nicht.
Fragen sind der Liebe Tod.
Höre, was dein Herz dir spricht."
Sie: "Mein Herz, das hält Gericht,
ob vielleicht was Böses droht."

Er (genervt): "Wie sonderbar!
Wie so fremd du plötzlich bist."
Sie (verdutzt): "Gefahr! Gefahr!
Mich verblendet Haut und Haar.
Ich weiß nicht mehr, wer er ist."

Er darauf: "Wo ist die Frau,
der ich dies und das versprach?"
Sie darauf: "Du weißt genau,
(tu nicht dumm, wenn du so schlau)
dass die Zeit auch Herzen brach ...

Er beschwichtigt: "Halte ein.
Ich probiere es nochmal:
Willst du mein Prinzesschen sein?"
Sie tendiert nun eher zum Nein.
Und der Mann erleidet Qual.

Sie nun keck: "Was grämst du dich?
Ich will frei sein. Einfach frei.
Trägst du erst auf Händen mich,
wär' das erste, was mir wich,
meine Freiheit. Aus. Vorbei."

Weiter sie: "Ich bin nicht recht.
Falsche Wahl und falsche Zeit."
Er (erblasst): "Jetzt ist mir schlecht.
Dieses weibliche Geschlecht
raubt mir alle Lebensfreud'!"

Sie (entsetzt): "Du wagst es?? Du ...."
Hier verweigert sich der Stift.
Denn die Wortwahl trägt im Nu
links und rechts den Gossenschuh,
und ist reinstes Seelengift.

Das erkennt nun auch der Herr.
Dreht sich um und lässt sie stehn.
Braucht nun kein Prinzesschen mehr.
Sie zum Schluss: "Gut. Bitte sehr.
Dann auf Nimmerwiedersehn ..."



(c) Bettina Lichtner

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