Dienstag, 10. Februar 2015

In Reben aufgelöst



Tausend Taler aufs Vertrauen
hat der liebesblinde Tor
eingesetzt. Doch er verlor ...
Und Verluste zu verdauen,
ist nunmal das seine nicht.
Darum soff er. Armer Wicht.

Er ertränkte seine Sorgen
prompt in Reben. Meistens rot.
Die vergrößerten die Not,
denn schon gleich am nächsten Morgen
kamen sie geballt zurück.
Alle Sorgen. Stück um Stück.

Und dann lagen sie im Magen.
Und im Herzen und im Kopf.
Und die Seele lag am Tropf,
wollte gar ihr Wehleid klagen,
doch die Ohren waren taub
für das Los "Vertrauensraub".

Weil es allerorten wütet,
dieses Los, zu jeder Zeit.
Es versteckt sich hinterm Kleid,
wo 's erst schmeichelt und dann brütet,
wie es seinen Feldzug führt,
dessen Sieg ihm meist gebührt.

Das Vertrauen. So zerbrechlich.
Schleicht sich an und rennt dann fort.
Meistens ohne Abschiedswort.
Und der Schmerz ist unaussprechlich.
Und die eigne Dummheit, ach ....,
macht den stärksten Manne schwach,

wie den Wicht, der alles setzte,
weil er blind vor Liebe war.
Und er raufte sich das Haar,
soff die Reben, lallte, schwätzte
irgendwas von IDIOT
bis ihm wer den Mund verbot ...

Und dann sah man ihn noch schwanken
durch die kalte Winternacht.
Bis zum Morgen (circa acht)
hörte man ihn weiter zanken
mit sich selbst. Der arme, der.
Er vertraute wohl zu sehr.



(c) Bettina Lichtner

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