Freitag, 20. Februar 2015

Die Nacht der Nächte




Lass' die Körper sich verschmelzen,
sich im Meer der Liebe wälzen,
bis die Nacht zu Ende geht,
und der Tag im Zimmer steht.

Brodeln soll der Feuertiegel.
Mal hält er, mal sie die Zügel,
und es ahnt die Welt ja nicht,
welche Freud' zutage bricht.

Liebesschweißdurchtränkte Kleider
dienen noch dem Augenweider,
der vor ihrem Fenster stand
und wohl Spaß am Lustspiel fand.

Alle Sinne sind vergessen.
's ist ein Hungern und ein Fressen,
auch ein Dürsten, dieses Spiel.
Unvergleichlich das Gefühl ...

Ihre Hände sind verwoben,
ihre Herzen jauchzen, toben.
Und ihr Atem ist vereint.
Kein Verlangen mehr umzäunt ....

Die Begierde kennt kein Halten.
Wo die stillen Wasser walten
bebt das Meer der Lust und kracht,
bis der Mond sein Licht ausmacht.

Worte, die sonst fein verschwiegen,
hört man plötzlich Eifer kriegen.
Ihre Hüllen fallen laut,
und der Augenweider schaut ...

Küsse, aus der Glut entsprungen,
sind wer weiß wo hin gedrungen.
"Bleib, oh Nacht, im Herzen mein.",
ruft die Braut ins Dunkel rein.

Liebesglück in Hochzeits-Suiten
zählt zu den Tabu-Gebieten.
Nur das Pärchen und der Mond
haben diesem beigewohnt ....



(c) Bettina Lichtner

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.