Dienstag, 4. Juni 2013

Die Idylle trügt

Jeder träumt vom Garten Eden,
jeder träumt vom Paradies.
Doch nur einer zieht die Fäden,
und der Weg ist bittersüß.

Jeder hat es gerne friedlich,
jeder wünscht sich ein Idyll.
Doch nicht immer ist 's gemütlich,
wie man 's ach so gerne will.

Es verläuft nicht nach den Plänen,
die du Jahr um Jahr gemacht.
Auf das Lachen folgen Tränen,
es steht nicht in unsrer Macht.

Man will frei sein, sich entfalten,
ohne eingeschränkt zu sein.
Will nach eignen Wünschen walten.
Aber: frei, das heißt allein ...

Man erhofft sich alles Gute
für sein Leben ........ bis zum Schluss.
Und verzieht dann seine Schnute,
wenn es anders kommen muss ...

Gerne wird dabei vergessen,
dass dereinst im Paradies
auch das Böse hat gesessen,
das den Menschen nie verließ.

Jeder trägt in seinen Zellen
auch den bösen, bösen Kern.
Und er wird zutage schnellen,
und dann liegt das Gute fern.

Ohne Fehler ist wohl keiner,
und vollkommen sind wir nicht.
Mal so freundlich, mal gemeiner -
das ist jedermanns Gesicht.


(c) Bettina Lichtner

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