Donnerstag, 4. April 2013

Kleine Schübe



Lass, oh Lenz, das Blaue flattern,
das der Dichter einst ersann.
Lass mich einen Hauch ergattern
von dem frühlingshaften Bann.

Wenn sich neue Knospen bilden.
Wenn der Storch sich frisch verliebt.
In erwachenden Gefilden
sich die Welt zum Besten gibt ...

ach, dann will das Herz mir schmelzen,
denn der Winter wär' besiegt.
Und das Auge will sich wälzen
in dem Kleid, das vor ihm liegt.

Von den Farben will ich naschen,
und vom Duft berieselt sein.
Meine Seele will sich waschen
in dem Klang, der ach so fein.

Doch der Winter lässt nicht locker,
und die Kälte beißt sich fest.
Die Natur schaut welk und ocker,
nur der Vogel baut sein Nest.

Die Geduld muss fleißig üben,
denn Gelassenheit ist Pflicht.
"Schau, in winzig kleinen Schüben
zeigt der Frühling sein Gesicht."


(c) Bettina Lichtner

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