Mittwoch, 16. Januar 2013

Schlüsselgewalt

Eine mächtige Armee
rasselt durch die ganze Welt.
Von Hawai bis an die Spree
haben sie sich aufgestellt.

Ihr Befehl ist mal galant,
aber manchmal bös' und kalt.
Sie regieren unsere Hand,
und sind klein nur an Gestalt.

Doch ihr Einfluss ist enorm.
Keine Schwelle ohne sie.
Ihrer kühlen starren Form,
der entkommen wir ja nie.

All die Schlüssel, die ich mein',
sie bevölkern Land und Stadt.
Manchmal sperren sie uns ein,
und dann weinen wir uns matt.

Manchmal öffnen sie ein Tor,
und man weiß, man ist zuhaus.
Wehe dem, der sie verlor ....
(Manche ziehn von selber aus).

Sie sind Herr von Hab und Gut,
und versperren gern den Weg.
Ich bin ständig auf der Hut,
dass ich meinen nicht verleg.

Jedem Schlüssel auch sein Schloss.
Unikat an Unikat.
Selbst der große Himmelsboss
hält den Einen schon parat.

Doch die Schlüssel packt der Schmerz,
und sie fragen sich mit Frust:
Wie nur öffnet man ein Herz?
Aber keiner hat 's gewusst ....



(c) Bettina Lichtner