Freitag, 18. Januar 2013

Geebnete Wege

"Ihr habt mit Schweiß an Euren Händen
uns dieses Wegenetz gestrickt!"
Ich will ein Wort des Dankes spenden
an jene, die uns längst entrückt.

Sie schleppten Steine, schleppten Gleise,
sie krochen rum auf allen vier'n,
dass wir uns auf der langen Reise
nicht in der weiten Welt verlier'n.

All ihre Zeit steckt in den Zweigen,
die sie geteert und asphaltiert.
Die Gassen liegen da und schweigen.
Ich hab' die Kraft darin gespürt.

Ich ahn den Schmerz in ihren Rücken,
ich seh das Blut, das hier getropft.
Ein hartes Werk, uns zu beglücken!
(Heut' sind die Straßen vollgestopft.)

Sie quellen über an Motoren.
Und keiner, der das Steuer führt,
hat auch nur einen Blick verloren,
wes Seele sein Gefährt berührt.

Wären die Männer ferner Zeiten,
nicht einst so fleißig, dann, ja dann,
dann führen wir durch diese Weiten
noch mit dem guten Kutschgespann ....



(c) Bettina Lichtner

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